Sind die Katharer wieder gekommen, wie Belibaste es prophezeite?
Belibaste prophezeite die Wiederkehr der Katharer und er verlegte diese Ankunft in unsere heutige Zeit. Er war der letzte Katharer mit Consulamentum, einer bestimmten Segnung, die von einer auserwählten Person zur anderen weitergegeben wurde. Sobald keiner mehr da war, konnte sich dieser Glaube nicht weiter entwickeln. Das mit dem Consulamentum ist natürlich Unsinn. Die wiedergeborenen Katharer/innen leben also ihren Glauben unbewusst weiter, denn das was sie glauben, hat mit einer Weitergabe durch Segnung absolut nichts zu tun. Jedenfalls wird das behauptet.
Genau das ist der Sinn der Seelenwanderung. Unterbewusst trägt man die Erinnerung in sich, aber man kann vieles ändern, was davor festgefahren war. Man kann sich entweder komplett neu orientieren, oder man führt auf einer anderen Ebene fort, was man gut begonnen hat. Für mich war dieser Gedanke schon immer interessant und so ist man versucht zu glauben, was andere behaupten.
Nun wurde ich insofern eines Besseren belehrt, als jemand in Frage stellt, ob die Katharer wirklich existiert haben. Mir war die Widersprüchlichkeit in Bezug auf die Sekte der Katharer auch bekannt. Quellen sagen ja deutlich, die Katharer hatten keinen einheitlichen Glauben. Was wir wissen, haben wir aus den Verhörprotokollen erfahren. Was man davon halten kann, weiß man auch. Wenn Menschen beschwören, sie seine mit dem Teufel durch die Luft geflogen, ist schon klar, dass Folter angewendet wurde. Da gestehen Menschen eben alles, egal wie absurd es ist.
Wer oder was sind Katharer? Es ist ein ziemlich kompliziertes Konstrukt, dessen Anfang in Deutschland liegt.
"Mit allen Manichäern haben sie gemein, in ihren Gemeinschaften„ Erwählte “(electi) und„ Hörer “(auditores) zu unterscheiden, an zwei gegensätzliche Ursprungs-Prinzipien zu glauben und bestimmte Nahrungsmittel, die, ihrer Lehre nach, mit sexueller Fortpflanzung in Verbindung standen, wie Fleisch, Eier und Milch, zu vermeiden."
"Cassiodorus, ein Autor des 6. Jahrhunderts, hatte zu den Katharistern lapidar erklärt, dass jede Lehre, die auf dem Anspruch der Reinheit beruhe, unweigerlich aus der Kirche herausführe28. Außer ihm gab es aber in der gesamten Spätantike und dem Mittelalter niemanden, der den Text Augustinus‘ von Hippo kommentierte oder gar auf andere, spätere Ketzergruppen übertrug. Über Jahrhunderte existierte die Gruppe der Katharister also nur als unkommentiertes Kuriosum frühkirchlicher Glaubensdevianz, bis Eckbert von Schönau die augustinische Textleiche wiederbelebte und die Ketzerei der manichäischen„ Katharister “mit dem Namen der novatianischen„ Katharer “verband. Damit entstand unter der Feder des Mönchs von Schönau eine neue, manichäisch-dualistische Gruppe von „ Katharern “, die in der Kirchengeschichte vorher sonst nirgends bezeugt ist."
Die Katharer wie wir sie zu kennen glauben, existierten in dieser Form nicht. Es handelte sich um 3 verschiedene religiöse Gruppen, die erstens verleumdet wurden und die zweitens als eine einzige dargestellt wurden. Alle drei zusammen ergeben das Bild, welches wir heute vor Augen haben, wenn wir an Katharer denken. Deshalb ist dieses Bild auch so vielschichtig und es entsteht der Eindruck, die "Katharer" hätten keinen festgelegten Glauben.
Von den Kathaphrygern kommt die Freiheit der Frauen, am religiösen Leben aktiv Anteil nehmen zu dürfen. Priska und Maximilla waren Prophetinnen. Allerdings hatten sie nicht Recht, denn sie sagten den Untergang der Welt voraus, der einfach nicht kommen wollte.
Die Katharister waren Dualisten, die fast vegan lebten.
Die Katharer waren für das Verbot nochmals zu heiraten und sie glaubten auch nicht an die Fähigkeit der Priester, Sünden zu vergeben .
Eckbert von Schönau war sozusagen der Schöpfer des Bildes, das wir heute von den Katharern haben. Ihm haben es unzählige Menschen zu verdanken, dass sie verbrannt wurden. Ob dieser Mann psychisch krank, oder einfach bloß bösartig war, lässt sich nachträglich leider nicht feststellen. Fakt ist: Er hatte es darauf ausgelegt, Menschen hinrichten zu lassen. Seine Schriften, seine Behauptungen, haben zur Verfolgung Unschuldiger geführt, die angeblich teuflische Handlungen vollzogen. Eine öffentliche Teufelsaustreibung wurde sogar inszeniert, bei der der Teufel scheinbar leibhaftig aus der besessenen Person sprach und konkrete Namen nannte. Ihnen wurde unterstellt, Katharer/Ketzer zu sein. Da der Teufel leibhaftig anwesend war - was alle deutlich hören konnten - brauchte man gar kein Geständnis mehr. Wie sollte jemand an das nicht glauben, was der Leibhaftige von sich gab?
Fakt ist: In Europa gab es noch nie so viele Vegetarier und Veganer. In Deutschland geht der Fleischkonsum zurück. Tiere werden als gleichberechtigte Lebewesen angesehen und Menschen werden vor Gericht gestellt, wenn sie Tiere quälen, oder töten. An Seelenwanderung glauben auch sehr viele Menschen, was bis vor kurzem undenkbar war. So gesehen scheint die Prophezeiung zu stimmen, egal ob sie tatsächlich gemacht wurde, oder nicht.
Hat es den allseits bekannten Belibaste gegeben? Ich weiß es nicht. Sofern stimmt was man über ihn schreibt, war er jedenfalls kein wirklich frommer Mann, sondern sogar ein Mörder,m der auch den fleischlichen Gelüsten nicht abgeneigt war. Dann war er sicher kein frommer "Katharer", sondern bloß ein Mann, der nach seinen eigenen Gesetzen leben wollte.
Das sagt natürlich so einiges über unser Geschichtswissen aus. So wissend wie wir glauben sind wir offensichtlich doch nicht. Aber es wird vielleicht mit der Zeit besser.